Marienmonat Mai
Da dieses Jahr der 1. Mai auf einen Sonntag fiel, hatten wir an diesem Tag nach dem Gottesdienst eine kurze Maiandacht, die darin bestand, dass wir die berühmten „Grüssauer Marienrufe“ sangen. Mit dem Kloster und Wallfahrtsort Grüssau in Niederschlesien sind wir ja in besonderer Weise verbunden, weil die dortige Kirche aus der Tradition des Architekten Kilian Ignaz Dientzenhofer stammt, der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts Sankt Johannes Nepomuk am Felsen plante. In unserer Kirche gibt es an sich zwei Marienbilder. Allerdings befindet sich die Statue, welche auf dem Bild links zu sehen ist, gerade in Restaurierung. So zogen wir am 1. Mai zum sogenannten Palladiumsaltar, wo sich eine Darstellung des in Böhmen wichtigen Marienbildes von Altbunzlau befindet. Möge die Gottesmutter ihren fürbittenden Schutz auch unserer Gemeinde und allen Menschen, mit denen wir verbunden sind und die unsere Kirche besuchen, gewähren.
Ostern in Prag
Das Foto, welches zu diesem Beitrag zu sehen ist, zeigt die Eröffnung der Palmsonntagsliturgie. Wir treffen uns dazu immer beim Eingang zum Garten vor unserer Kirche, um die Palmzweige zu segnen. Mittlerweile haben wir bereits Ostern gefeiert. Wie in jeder Pfarrgemeinde war die Woche zwischen dem Palmsonntag und dem Osterfest eine sehr intensive. Neben den täglichen Gottesdiensten gab es viele Vorbereitungen, unter anderem eine große Kirchenputzaktion am Montag in der Karwoche, an der sich genügend Gemeindemitglieder beteiligten, so dass unsere schone Kirche hernach wieder im Hochglanz erstrahlte. Erfreulicherweise waren die Ostergottesdienste überaus gut besucht. Da der Tourismus in Prag immer noch zuzunehmen scheint, ist die gottesdienstliche Gastfreundschaft für uns eine ganz wichtige Aufgabe. So haben wir auch immer wieder die Freude, in einer ganz vollen Kirche miteinander feiern zu können. Die Freude über die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus wird so noch intensiver spürbar.
Buchneuerscheinung
Von Gemeindeseelsorger P. Martin Leitgöb ist kürzlich ein neues Buch erschienen mit dem Titel: Bernhard Häring. Kirche im Zeichen der Barmherzigkeit, Innsbruck-Wien: Tyrolia-Verlag, ISBN 978-3-7022-3478-2.
Bernhard Häring (1912-1998) gehörte zu den maßgeblichen theologischen und kirchlichen Erneuerern im 20. Jahrhundert. Er konzentrierte sich in seiner akademischen Lehre und seiner weltweiten Vortragstätigkeit sowie in seiner Seelsorge auf die lebensfördernde Kraft des Evangeliums und auf das Hauptgebot der Liebe. Die Buchneuerscheinung beleuchtet unter der Perspektive der Barmherzigkeit – passend zum eben laufenden Heiligen Jahr der Barmherzigkeit – verschiedene Impulse und Anregungen aus der Theologie Härings. Das Buch mit einem Preis von 9,95 Euro ist entweder bei P. Martin Leitgöb persönlich oder über den Buchhandel erhältlich. Hier der Hinweis auf die entsprechende Amazon-Seite. Eine E-Book-Variante liegt vor.
Interessante Sendung im Deutschlandfunk
Unser Gemeindemitglied, der Journalist Kilian Kirchgessner, hat einen interessanten Beitrag im Deutschlandfunk gestaltet. Es geht darin um die Kirchenverfolgung als eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der kommunistischen Tschechoslowakei. Einer der Auslöser war damals das so genannte Kreuzwunder von Číhošť. Das Kreuz der Dorfkirche soll sich bewegt haben, als Pfarrer Toufar 1949 eine Messe feierte und predigte. Danach strömten die Menschen in das kleine Dorf. Das Regime wurde daraufhin nervös: Toufar wurde schließlich so lang gefoltert, bis er starb. Er gilt als einer der großen tschechischen Märtyrer des 20. Jahrhundert, ein Seligsprechungsverfahren ist auf dem Weg. Am Bild: Die Pfarrkirche von Číhošť .
Sdružení Ackermann-Gemeinde
Immer im Februar findet die Jahreskonferenz von Sdružení Ackermann-Gemeinde statt, dieses Jahr vom 26. bis zum 28.02. Mit dem tschechischen Ableger der deutschen Ackermann-Gemeinde hat unsere Deutschsprachige Katholische Gemeinde Prag seit mehreren Jahren gute Beziehungen. Dem Sdružení (tschechisch für: „Vereinigung“) geht es genauso wie seiner deutschen Schwesternorganisation um Versöhnungsarbeit und gute Beziehungen zwischen Tschechen und Deutschen auf christlicher Basis. Genau das ist aber auch ein wesentliches Ziel unserer Prager Auslandsgemeinde. Insofern liegt eine intensive Zusammenarbeit nahe. Diese Zusammenarbeit findet auch darin einen Ausdruck, dass P. Martin Leitgöb seit zwei Jahren Geistlicher Beirat des Sdružení Ackermann-Gemeinde ist. In dieser Funktion wurde er am 28.02. durch Wahl in der Mitgliederversammlung bestätigt. Am Bild (zum Vergößern anklicken): Der neu gewählte Vorstand von Sdružení Ackermann-Gemeinde. Rechts neben P. Leitgöb der Sdružení-Vorsitzende, Kulturminister Mgr. Daniel Herman.
Fastensuppe am Aschermittwoch
In den letzten Jahren gab es in unserer Gemeinde immer wieder einmal das Angebot, gemeinsam eine Fastensuppe einzunehmen und dadurch die Fastenzeit in bewusster Weise zu erfahren. Diesmal trafen wir uns bereits am Aschermittwoch nach dem Abendgottesdienst zum Suppenverzehr. So löffelten wir alle mit dem Aschenkreuz auf der Stirn. Ein solches Fastensuppenessen kann bewusst machen, dass es nicht viel braucht, um ein wohlschmeckendes Essen zu bereiten, im konkreten Fall: gekochtes und püriertes Gemüse, verdünnt mit heißem Wasser, Gewürze, dazu Gebäck. Die Einfachheit des Mahles ist eine Schule dafür, sich auch sonst im Leben nicht immer der üppigen Fülle hinzugeben, sondern sich mit Wenigem zu bescheiden, aber das Wenige doch zu genießen. Im Grunde geht es genau darum, in der Zeit zwischen dem Aschermittwoch und Ostern.
„Niemand geht freiwillig“
Das Österreichische Fernsehen (ORF) brachte am Dreikönigstag ein einfühlsames Filmporträt über Gräfin Eleonore Schönborn, die Mutter des Wiener Kardinals Christoph Schönborn. Die hochbetagte Gräfin spricht in diesem Porträt mit großer Klarheit über wichtige Etappen ihrer Lebensgeschichte, darunter auch über ihre Vertreibung aus dem nordböhmischen Skalken im Jahre 1945. „Niemand geht freiwillig“, ist die Botschaft, die sie aus ihrer eigenen Erfahrung heraus in die Diskussion über die Flüchtlinge unserer Zeit spricht. Thematisiert wird auch das schwierige Heimischwerden an einem neuen Ort. Das wirklich sehenswerte Filmporträt wurde vom österreichischen Autor und Dokumentarfilmer Robert Schneider gestaltet, von dem auch das obenstehende Foto stammt.
Sternsinger-Kids
Seit drei Jahren ist es üblich, dass sich neben unseren Gemeinde-Sternsingern jeweils auch Kinder aus dem deutsch-tschechischen Kindergarten Kids-Company auf den Weg machen, um einige deutschsprachige Institutionen und Firmen in Prag zu besuchen. Die Kids sind hochmotiviert und mit großer Freude bei der Sache. Überall sprechen sie ein deutsches Sternsingergedicht und singen ein tschechisches Sternsingerlied. Damit bringen sie den weihnachtlichen Segen zu den Menschen, die sie besuchen. Was sie an Geld sammeln, wird zu unserer Sternsingerkollekte hinzugefügt und für benachteiligte Kinder auf der ganzen Welt zur Verfügung gestellt. Eine wichtige Adresse der Sternsinger-Kids ist immer die Deutsch-tschechische Industrie- und Handelskammer, dort wurde auch das obige Bild aufgenommen.
Ein böhmischer Heiliger auf Katholisch.de
Am 5. Januar gedenkt die Kirche eines Heiligen aus dem Böhmerwald, der gleichwohl erst in Amerika so richtig reüssierte. Der heilige Johannes Nepomuk Neumann stammte aus der wunderschönen Kleinstadt Prachatice, studierte in Budweis und Prag Theologie, wanderte dann nach Übersee aus und wurde dort zum Priester geweiht. Später trat er dann auch in den Redemptoristenorden ein und wurde schließlich Bischof von Philadelphia. Erfreulicherweise hat das Internetportal der deutschen katholischen Kirche – eine auch sonst wertvolle Quelle für Wissenswertes aus dem Bereich Kirche & Theologie – dem Heiligen an seinem Gedenktag ein Porträt gewidmet. Es ist hier nachzulesen.
Weihnachtliches Glaubensfundament
Weihnachten wird in der katholischen Kirche bis zum Fest der Taufe des Herrn gefeiert. Früher einmal feierte man bis zum Fest „Darstellung des Herrn“ bzw. „Mariä Lichtmess“ am 2. Februar das Weihnachtsfest. Heutzutage sind aus vielen Haushalten die Christbäume bereits zu Neujahr verschwunden. Wie schade! Dabei erinnert uns das Weihnachtsfest an ganz wichtige, fundamentale Dimensionen unseres Christseins: (1) dass Gott in seiner großen Liebe zu uns alles gemacht hat, um unsere Herzen zu gewinnen – ER ist Mensch geworden; (2) dass Gott weniger im Großen und Mächtigen, als im Verborgenen und Kleinen zu finden ist – und immer auch an den Rändern der Gesellschaft; (3) dass alles religiöse Leben mit dem Schauen, Staunen und Sich-Schenken beginnt, so wie es die Hirten und Weisen gemacht haben.