Erstkommunion 2015
Vom Beginn dieses Kirchenjahres an bereiteten sich insgesamt 10 Kinder aus unserer Gemeinde auf die Feier der Heiligen Erstkommunion vor. Wir begehen dieses Fest wie in vielen Gemeinden Deutschlands immer am Weißen Sonntag, dieses Jahr also am 12. April. Unsere Kirche war richtig voll, denn neben den Gemeindemitgliedern waren natürlich auch viele Verwandte und Freunde der Erstkommunionkinder gekommen. Am Beginn des Gottesdienstes stand die feierliche Tauferneuerung, denn die Erstkommunion ist eine Vertiefung und Erweiterung des christlichen Lebens, das mit der Taufe begonnen hat. Als Evangelientext hatten wir dem Weißen Sonntag gemäß das Evangelium von der Erscheinung des auferstandenen Jesu vor den Aposteln, in besonderer Weise vor dem Apostel Thomas. Dieser hat vor Jesus schlussendlich das großartige Bekenntnis „Mein Herr und mein Gott“ abgelegt. Den Herrn und Gott in der Gestalt des kleinen weißen Brotes haben dann die Erstkommunionkinder empfangen. Wir wünschen ihnen, dass die sich verschenkende Liebe Jesu sich tief in ihrem Herzen einprägt und reiche Früchte bringt.
Ostern!
Das Osterfest als Hochfest der katholischen Kirche dauert über den Ostersonntag hinaus eine ganze Woche bis zum sog. „Weißen Sonntag“ an, selbst wenn sich viele Menschen nach dem Ostermontag wieder in die Niederungen des Alltags begeben müssen. Und auch nach dem Weißen Sonntag geht die österliche Zeit weiter bis zum Pfingstfest. Ein zentrales Symbol für die österliche Zeit ist die Osterkerze. Sie verdeutlicht, dass Christus, der Auferstandene, das Licht der Welt ist, das alle Dunkelheit erhellt. Er erhellt auch die Dunkelheiten unseres Lebens. Die Osterkerze unserer Kirche wurde auch dieses Jahr wieder in wunderschöner Weise von den Karmelitinnen auf dem Hradschin gestaltet. Als zentrales Bild zeigt sie das Osterlamm, ebenfalls ein Symbol für Christus. Ostern heißt auch: das Lamm ist stärker als die Wölfe. Christus schenkt Frieden, wahren Frieden. Dieser Osterfriede möge sich in den Herzen der Menschen ausbreiten und von dort aus die Welt verändern.
Zeitungsbeitrag über uns
Die Kirchenzeitung der österreichischen Diözese Linz brachte in der Fastenzeit einen längeren Beitrag über unsere Gemeinde und über die Situation von Religion und Kirche in Tschechien, genauer handelte es sich um ein Interview des Gemeindeseelsorgers Pater Martin Leitgöb über diese beiden Themen. Das Interesse gerade eines kirchlichen Mediums aus dem zu Tschechien unmittelbar benachbarten Oberösterreich ist auch deswegen erfreulich, weil von dort wie aus den anderen angrenzenden Regionen des deutschsprachigen Raumes besonders viele Touristen nach Prag kommen, denen wir wiederum als Gemeinde gastfreundlich zur Verfügung stehen wollen. Wären wir als Auslandsgemeinde nicht gastfreundlich, hätten wir einen wesentlichen Teil unserer Berufung verfehlt. Außerdem ist das mediale Interesse wichtig, weil es Brücken zwischen den Ländern herzustellen vermag. Zum Lesen des Beitrags bitte hier klicken.
Gedenkfeier in Lety
Anlässlich der Jahreskonferenz von Sdružení Ackermann-Gemeinde machten sich am 28. Februar etwa fünfzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Weg in das südböhmische Lety. Nahe dieses Ortes befand sich in der Zeit des nationalsozialistischen Protektorates ein Konzentrationslager, in welchem besonders Angehörige der Volksgruppe der Roma inhaftiert waren. Viele der Lagerinsassen überlebten die Haftbedingungen nicht. Andere wurden in das Konzentrationslager Auschwitz verbracht. Heute erinnert an die schreckliche Geschichte eine Gedenkstätte. Der Besuch von Sdružení Ackermann-Gemeinde in Lety diente dem Gedächtnis aller Menschen, die in Lety inhaftiert waren, dort unermesslich Schweres erlitten oder ums Leben kamen. Im Rahmen einer Gedenkfeier sprach neben dem Vorsitzenden der tschechischen Ackermann-Vereinigung, Kulturminister Daniel Herman, auch P. Martin Leitgöb, der neben seiner Seelsorgstätigkeit für die Deutschsprachige Katholische Gemeinde Prag auch Geistlicher Beirat der Vereinigung ist. Hier kann man die Ansprache herunterladen. Auf dem Bild, neben dem Mahnmal von Lety: Kulturminister Herman, P. Leitgöb, Petr Křížek, der Stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung.
Sieger-Köder-Fastentuch
In der Fastenzeit ist es vor allem im deutschsprachigen Raum ein uralter Brauch, in Kirchenräumen den Hochaltar bzw. die bildlichen Darstellungen darauf zu verhüllen. Das erinnert in biblischer Tradition einerseits daran, dass die Anwesenheit Gottes nur in verhüllter Weise wahrgenommen werden kann. Umgekehrt verhüllen in der Bibel auch Menschen wie Mose oder Elija ihr Gesicht, wenn sie Gott begegnen. Andererseits verändern Altarverhüllungen auch die üblichen Blickgewohnheiten, sie fordern zu einer Sichtveränderung auf. Das ist vor allem auch deswegen gut, weil sich das, was immer sichtbar ist, allzu leicht nicht mehr bewusst wahrgenommen wird. Wie bereits 2014 gibt es aus diesem Grund auch dieses Jahr in unserer Kirche Sankt Johannes Nepomuk am Felsen ein Fastentuch vor dem Hochaltar. Die auf dem Fastentuch gezeigte Bildgraphik des „Mahles mit den Sündern“ ist die Großausgabe eines Autographs, welches der am 9. Februar 2015 verstorbene Künstler und Priester Sieger Köder im Jahre 2008 P. Martin Leitgöb zueignete (siehe vorvorletzter Beitrag). Ursprünglich wurde das „Mahl mit den Sündern“ vom Künstler bereits 1973 als großes Wandgemälde in der Villa San Pastore des römischen Collegium Germanicum geschaffen. Es bezieht sich auf den Vorwurf der Pharisäer und Schriftgelehrten gegenüber Jesus: „Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen“ (Lk 15,2). In jeder Eucharistiefeier geschieht aber eben dies: Er, Jesus, gibt sich mit uns Sündern ab und isst sogar mit uns, mehr noch: Er gibt sich uns als Speise.
Aschermittwoch – Beginn der Fastenzeit
Wie jedes Jahr und wie überall in der Römisch-katholischen Kirche feierten wir auch in unserer Gemeinde den Beginn der Fastenzeit mit einem besinnlichen Aschermittwochsgottesdienst. Dabei bestand für die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher auch die Möglichkeit zum Erhalt des Aschenkreuzes. Das ist ein Zeichen, welches uns an die Endlichkeit unseres irdischen Lebens erinnert und uns zugleich einlädt, in unserem Leben stets das Wesentliche im Blick zu behalten. Mit wie vielen Dingen beschäftigen wir uns im Alltag, die letztlich nichts anderes als den Charakter von Asche haben?! In dieser Perspektive geht es in der Fastenzeit in erster Linie um eine Reinigung des Bewusstseins und um das richtige, am Evangelium orientierte Handeln, das aus einem gereinigten Bewusstsein hervorgeht.
Gedenken an Kriegsbombardierungen
Beim Sonntagsgottesdienst am 15. Februar 2015 gedachten wir der Kriegsbombardierungen von Dresden und Prag im Jahre 1945. Dresden wurde am 13. Februar jenes Jahres von einem verheerenden Bombenteppich überzogen, Prag am Tag danach, wobei die Bomben, die auf Prag niedergingen, eigentlich auch Dresden gegolten hätten. Immerhin starben bei der Bombardierung Prags am 14. Februar 1945 – damals übrigens ein Aschermittwoch – über 700 Menschen. Jeder einzelne Tote ist zu viel. Das gilt für den Zweiten Weltkrieg genauso wie für die Kriege von heute. Bei der Bombardierung Prags wurde auch das Emmaus-Kloster fast völlig zerstört. Es liegt ganz in der Nähe unserer Kirche Sankt Johannes Nepomuk am Felsen, die damals wie durch ein Wunder verschont blieb. In den 1960-er Jahren wurde das Emmaus-Kloster wiederaufgebaut und mit modernen Türmen versehen, die mittlerweile zu einem der Wahrzeichen Prags geworden sind. Kirchtürme weisen immer gen Himmel, und sie erinnern uns damit, dass wir nie aufhören dürfen, um den Frieden zu beten. Am Bild: Das Emmaus-Kloster aus der Blickrichtung vom Garten unserer Kirche.
In memoriam Sieger Köder
Am 9. Februar 2015 verstarb im schwäbischen Ellwangen der Priester-Künstler Sieger Köder, der in den letzten Jahrzehnten mit seinen farbenkräftigen Bildern zu biblischen Themen weit über Deutschland hinaus berühmt geworden ist. Sein Schaffen eröffnete unzählig vielen Menschen einen neuen und frischen Zugang zu Kernthemen des christlichen Glaubens. Die großflächigen Kunstwerke, die er meist als Altargemälde oder als Kirchenfenster für Gotteshäuser schuf, dienten und dienen vielfach als Illustrationen für religiöse Bücher, und sie wurden als Posters und Postkarten millionenfach repliziert. Im Jahre 1996 gestaltete Sieger Köder auch die Kapelle der deutschsprachigen katholischen Auslandsgemeinde in Paris. Der Seelsorger unserer Prager Gemeinde, P. Martin Leitgöb, begegnete dem Priester-Künstler vor Jahren während seiner Kaplanstätigkeit in Ellwangen. Zur Erinnerung an die Begegnung erhielt er ein Kugelschreiber-Autograph mit dem bekannten Bildmotiv „Das Mahl mit den Sündern“ (siehe Bild).
Einführung des neuen „Gotteslob“
In den meisten Diözesen und Erzdiözesen Deutschlands und Österreichs wurde das neue Gotteslob schon vor geraumer Zeit eingeführt. Es wird wohl nur mehr wenige Pfarreien im deutschsprachigen Raum geben, in welchen dieses völlig neu bearbeitete Gebets- und Gesangsbuch noch nicht benützt wird. So war es hoch an der Zeit, dass wir dieses wichtige Hilfsmittel für den Gottesdienst auch in unserer Prager Auslandsgemeinde einführten. Wir taten dies beim Sonntagsgottesdienst am 8. Februar 2015. Aus geographischen und historischen Gründen hatten wir uns für die Regensburger Diözesanausgabe entschieden: Die Diözese Regensburg grenzt einerseits an Tschechien an, andererseits handelt es sich auch um die alte Mutterdiözese des Erzbistums Prag. Noch eines muss im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Gotteslobs unbedingt erwähnt werden: Die insgesamt 75 Stück für unsere Kirche wurden von einer Familie aus unserer Gemeinde finanziert. Herzlichen Dank und „Vergelt’s Gott“!
Umzug in die neue alte Sakristei
Mehr als ein halbes Jahr war die Hauptsakristei unserer Kirche wegen Renovierungsarbeiten nicht benützbar. Diese waren auch dringend notwendig, weil vor allem die Wände stark von Feuchtigkeit befallen waren. Knapp vor Weihnachten wurden die Arbeiten abgeschlossen. In der Weihnachtszeit konnten wir natürlich nicht die nötigen Putz- und Einräumarbeiten bewältigen. Danach aber wurde von der alten Sakristei sofort wieder Besitz ergriffen. Es ist eine Freude, dass sie nun mit frischem Verputz und Anstrich in ganz neuem Glanz erstrahlt. Im Vergleich mit dem Zustand vor der Renovierung ist sie viel heller und freundlicher geworden. Das ist für alle, die in diesem Raum zu tun haben, von durchaus hohem Wert, denn es ist gut, wenn die Gottesdienste in einer positiven Atmosphäre vorbereitet werden können. Nach dem Sonntagsgottesdienst am 18. Januar 2015 fand zusammen mit allen Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern eine kleine Segnungsfeier für die Sakristei statt.